an die Hoffnung


ist es denn wirklich so schwer

mit allem eins zu sein

gemeinsam   jenen spurenlosen weg zu gehen

statt ohne du und wir im blumenkrieg zu überleben

allein    im weiten feld zu warten

auf den tag      an dem die erde nicht mehr bebt


was bitte ist daran so schwer

ein wort so lang im kopf herumzudrehen

bevor es achtsam aus gedacht

bescheiden durch den mund gesiebt

zur tat       zu unser aller schicksal wird


es ist doch nicht so schwer

zu lernen was man wissen muss     nicht darf

um falsch gewusstes zu entblößen

zu unterscheiden zwischen lug und trug

statt blind zu glauben was die anderen frei erfunden gegen geld


vielleicht       es ist nicht immer leicht

ein mensch zu sein an orten ohne menschlichkeit

in ungehorsam aufzustehen wenn manche auf die straße gehen

zu rennen durch die wand aus rohem unverstand



oder durch fremde augen ohne angst zu sehen

das andere leben als einen teil des ganzen zu verstehen

zu dem auch du und ich gehören


ihr atmenden im vakuumsystem!


warum den tag nicht vor dem abend loben

statt sich im jetzt vor gleich zu fürchten

warum nicht den geburtstag der sekunde feiern

in der das destillat aus jahren wohnt

warum nicht geben ohne zu bekommen

warum nicht anderen tun was man sich selbst am liebsten tut


es ist nicht schwer

althergedachtes neu zu denken

ein flügelschlag            der anfang anders endet

das unbeschrieben blatt sich wendet

am tag     an dem die erde wieder lebt